Zauber der Alchemie - Schritt für Schritt zum Silberbild…

 

Wie entsteht ein Silberbild, auch Ambrotypie oder Ferrotypie genannt?

 

Das Kollodium-Nassplattenverfahren gehört mit zu den ersten Sofortbildverfahren, welches um 1850 erfunden wurde. Beim Kollodium-Nassplattenverfahren muss, wie der Name schon sagt, zügig und in nassem Zustand, binnen Minuten eine fertig beschichtete Platte als Bildträger zur Verfügung stehen, sofort belichtet und verarbeitet werden.

 

Schritt für Schritt zum Silberbild…

 

Die Trägersubstanz, eine etwas viskose Flüssigkeit gibt man sorgfältig auf eine sauber polierte Glasplatte und beschichtet diese vollständig damit, bis sich ein leicht zäher, gelartiger Film auf der Platte gebildet hat. Dieser Vorgang sollte 30 Sekunden nicht überschreiten. Nun folgt die Arbeit in der Dunkelkammer. Man legt die Platte ins Silberbad und nach ca. drei bis vier Minuten bildet sich eine lichtempfindliche Schicht.

 

Die Platte wird zügig in den lichtdichten Plattenhalter gesetzt. Und los geht‘s...

 

Nun schiebe ich den Plattenhalter in die schon vorbereitete und auf das Motiv scharfgestellte antike Holzkamera.


Um erfolgreich, z.B. ein Portrait oder ein anderes Motiv, zu fotografieren, braucht man Licht - sehr viel Licht...

Am besten ein Licht, welches einen recht hohen Blauanteil zwischen 400-450nm ausstrahlt, da die Silberkollodiumschicht in diesem Spektralbereich am empfindlichsten ist.


Nichtsdestotrotz, bewegen wir uns beim Fotografieren bei nötigen Belichtungszeiten von etwa drei bis acht Sekunden, je nach der zur Verfügung stehenden Lichtintensität. Es ist absolut notwendig, dass sich die zu portraitierende Person während der Belichtungszeitspanne nicht bewegt.


Ich fotografiere dabei mit zwei sehr hellen Dauerlichtreflektoren und einem zusätzlichen Ringblitz.


Damit sich die zu fotografierende Person wohlfühlt und so eine natürliche und authentische Pose für 5-10 Sekunden halten kann, stellt man den Abstand zum Licht individuell ein. Als Hilfe kann hier ein von mir extra angefertigter Stuhl mit Kopfstütze dienen, diesen sieht man auf der Fotografie später aber nicht.


Nach der Belichtung wird die Platte mit dem Schieber bedeckt und aus der Kamera genommen.

 

Zügig geht es mit meiner Rotlichtstirnlampe in die Dunkelkammer zur Entwicklung. Nach etwa 30 Sekunden erscheinen erste Umrisse des Bildes auf der Platte. Anschließend muss es nur noch im Fixierbad gebadet werden. Beim Fixieren kann man zusehen, wie langsam aus einer trüben Platte, das Bild anfängt hervor zu scheinen.

 

Ein nahezu magischer Moment - sozusagen die Geburt des Bildes.

 

Da sich das alles auf molekularer Ebene abspielt, ist man durchweg von der enormen Schärfe und den Tonwertkontrasten überrascht, die solch ein Silberbild innehat.

 

Jedes Bild ist ein handwerkliches Unikat, bei dem es mal mehr, mal weniger Imperfektionen gibt. Diese Imperfektionen sind es jedoch, die diesen einmaligen Bildcharakter zusätzlich unterstreichen und das Bild zu dem machen was es ist: etwas ganz Besonderes.

 

Darf es ein Silberbild sein?

 

Dann nichts wie ran an den Kontakt um einen Termin zu vereinbaren.

Unter der Woche finden die Termine am Abend statt, am Wochenende auch tagsüber. Sie sollten etwa 20 Minuten  pro Bild einplanen.